Wie die aktuelle Ausnahme-Zeit den Kita-Leitungen Chancen für Veränderungen bietet

drei frauen in einem meeting als symbol für ein kita team

Wie die aktuelle Ausnahme-Zeit den Kita-Leitungen Chancen für Veränderungen bietet

Derzeit sind alle Kindertageseinrichtungen in Deutschland noch geschlossen. Es finden nur die sogenannten Notgruppen statt. Aber alle Kitas werden früher oder später wieder öffnen, vielleicht schrittweise oder aber ganz plötzlich.

Dieser Artikel zeigt auf, wie die Kita-Leitungskräfte zusammen mit den Fachkräften

– die Wiedereröffnung meistern können

– diese beispiellose Zeit zur Vorbereitung von organisatorischen Veränderungen nutzen können.

Die Kita-Leitungskräfte und deren Teams stehen vor einer herausfordernden Aufgabe, den Kindern und deren Familien einen möglichst reibungslosen Übergang in die Zeit nach der bundesweiten Schließung zu ermöglichen. Die Weichen dazu müssen jetzt im Vorfeld gestellt werden.

offene tuer in einer wand mit steinfassade als symbol fuer die ungewissheit bei der kommenden wiedereröffnung der kitas nach der corona-bedingten Schliessung

1. Wie arbeiten die Teams momentan?

Schauen wir uns zunächst an, wie die Teams derzeit, während der Schließung der Kitas, arbeiten:  Abhängig von der Situation der jeweiligen Kita sieht der Arbeitsalltag unterschiedlich aus:

–  einige Teammitglieder arbeiten in der Notgruppe

–  andere aktualisieren die bestehenden Konzepte auf ihren neusten Stand

–  wieder andere sind zu Hause im Homeoffice oder von der Arbeit freigestellt.

Daraus entwickeln sich unterschiedliche Erfahrungen. Und jedes Team-Mitglied hat eine andere Strategie entwickelt, um mit den Anforderungen während der behördlich angeordneten Corona-Schließzeit umzugehen. Somit liegt es nahe, dass zuerst wieder eine gemeinsame Basis für alle Mitarbeitenden geschaffen werden muss. Dies ist Aufgabe der Leitungskraft.

team meeting von drei frauen als symbol für aufgaben und chancen einer kita-leitung in corona-zeiten vor der wiedereröffnung

2. Aufgaben und Chancen der Kita-Führung in dieser Ausnahme-Zeit

Sofern es der Kita-Führung gelingt, einen Teamgeist zu fördern, der diese Ausnahme-Zeit als Chance betrachtet, hat sie damit die besten Vorrausetzungen für eine erfolgreiche Weiterführung der Kita- Arbeit geschaffen.

Jetzt werden die in den Kitas entwickelten Resilienz-Konzepte auf ihre Belastungsprobe gestellt, d.h. es zeigt sich nun, inwiefern diese Konzepte in der aktuellen Situation auch tatsächlich weiterhelfen.

Die Belastungsprobe beginnt beim Einzelnen des Teams und den Fragen wie:

–  Was trägt mich in dieser Zeit?

–  Wo finde ich Halt und Sicherheit?

–  Auf welche Stärken kann ich in dieser Situation vertrauen?

–  Wie kann ich meine Stärken genau jetzt in die Kita-Arbeit einbringen?

Mit Hilfe dieser Fragen, die ressourcenorientiertes Denken unterstützen, kann in den Teams eine handlungsorientierte Grundhaltung aktiviert und bestärkt werden. Teams, die schon lange wertschätzend miteinander umgehen, werden sich bekräftigt fühlen. Andere Team können die individuellen Überzeugungen überprüfen, ggf. anpassen und dabei einen gewaltigen Entwicklungssprung nach vorne machen.

Weiteres Potential liegt in den Biografien der Mitarbeitenden:

–  Wer hat schon Umbrüche, Ungewissheiten selbst erlebt?

–  Welche Erfahrungen und Stärken haben sich daraus entwickelt?

–  In welcher Familiengeschichte gibt es Überlieferungen von Einschränkungen oder existenziellen Ängsten?

Es lohnt sich, diese Geschichten in das berufliche Verständnis mit einzubeziehen. Diese biografisch geprägten Erkenntnisse sind ein wahrer Schatz! Sie ermöglichen einen substanziellen, persönlichen Austausch der Kita-Mitarbeitenden und schaffen somit die beste Grundlage, um respektvoll im Team weiter arbeiten zu können.

wegweiser mit schildern in unterschiedliche richtungen bei sonnenaufgang mit morgenrot fotografiert als symbol der möglichen veränderungen im kita-bereich zur wiedereröffnung nach der corano-bedingten schliessung

3. Jetzt ist die Zeit für Veränderungen

Die inhaltliche Weiterführung der Kita-Arbeit ist jetzt von zentraler Bedeutung. Einfach den Plan umzusetzen, den ein Team zu Beginn des Kita-Jahres konzipiert hat, kann nicht der richtige Weg sein. Denn die Arbeitsbedingungen haben sich ganz plötzlich und unerwartet grundlegend verändert. Nun ist oberste Priorität, wie Sicherheit und Überschaubarkeit im Kita- Alltag gewährleistet werden.

Hiermit hat die Frühpädagogik eine lange Erfahrung. Alle Rituale, die den Tagesablauf in einer Kita prägen, sind sinnvoll und hilfreich. Die Kunst liegt darin, nicht dogmatisch zu werden. Gleichzeitig bietet sich jetzt die Chance, bestehende lieb gewordene Abläufe auf ihre Sinnhaftigkeit in den veränderten Zeiten zu überprüfen:

–  Wie viele Personen können und sollen künftig in einem Raum oder auf einem Gelände zusammen sein?
–  Unter welchen Voraussetzungen können kleinere Gruppen gebildet werden, um alle Kinder wieder an soziale Nähe heranzuführen?

– Wie lange sollen z.B. Stuhlkreise oder Kinderkonferenzen dauern?

– Welcher Tagesablauf bietet sich nun an?

– Wieviel Freiräume kann jeder Fachkraft bei der Gestaltung des Tages eingeräumt werden?

Dies sind nur einige Fragen, die den gesamten Anpassungsprozess nach der Kita-Öffnung anreißen. Viele Fragen werden auftauchen, mit Klarheit und gleichzeitiger Flexibilität kann hier jedes Team gewinnbringende Erfahrungen sammeln. Und somit diese Krise in eine Chance verwandeln.

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